Hundeschule Kloster Lehnin , Brandenburg, Groß Kreutz, Brück, Planebruch, Werder


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1. Entlebucher Hundetreffen

NEW`s !!!

Das ist von einer lieben " ENTEN" Hundemutti geschrieben...

Ein persönlicher Rückblick auf das erste Entlebucher-Treffen in der Hundeschule Kloster Lehnin


Von Haifischzähnen, Hundeküssen und einem kleinen bisschen Klassentreffen

Von Melanie mit Hailey

Als ich von dem geplanten Entlebucher-Treffen in der Hundeschule Kloster Lehnin erfahren habe, war für mich ziemlich schnell klar: Da möchte ich mit Hailey hin. Den Flyer hatte mir meine Hundephysiotherapeutin weitergeleitet, und schon vor dem eigentlichen Treffen entstand eine WhatsApp-Gruppe, in der schnell ein reger und sehr angenehmer Austausch begann. Einige Namen und Hunde „kannte“ man also schon, bevor man sich überhaupt persönlich begegnet war.

Die Idee für das Treffen war aus einer ganz besonderen Geschichte heraus entstanden. Maria hat selbst einen Entlebucher aus der Fortnahme in Glindow. Gemeinsam mit Ramona entstand daraus die Idee, gerade den vielen Entlebuchern aus dieser Vermehrung und ihren Menschen die Möglichkeit zu geben, sich kennenzulernen, wiederzusehen und auszutauschen. Gleichzeitig sollte daraus keine geschlossene Veranstaltung werden: Eingeladen waren ausdrücklich auch andere Entlebucher und ihre Menschen.

Dass am Ende tatsächlich alle 19 Hunde, die an diesem Tag zusammenkamen, aus der Glindower Vermehrung stammten, war also nicht Voraussetzung – passte aber irgendwie ziemlich gut zur ursprünglichen Idee.

Und dann standen sie da plötzlich alle in echt:
19 Entlebucher auf einem Fleck.

Das hatte tatsächlich ein bisschen etwas von einem Klassentreffen. Nur deutlich dynamischer und lautstärker. Denn Entlebucher können vieles – unauffällig irgendwo herumstehen gehört eher nicht zu ihren Kernkompetenzen.

Hailey war mit ihren etwa achteinhalb Monaten die Jüngste der Runde. Die ältesten Hunde waren gerade einmal ungefähr zweieinhalb Jahre alt und ein großer Teil der Gruppe bestand aus jungen Rüden. Entsprechend viel Energie war auf dem Platz.

Ich war vorher sehr gespannt und hatte gleichzeitig durchaus Respekt davor, wie das wohl mit so vielen fremden Menschen und Hunden werden würde. Hailey schien beim Ankommen ebenfalls einen kurzen Moment zu brauchen, um diese geballte Ladung Entlebucher zu sortieren. Das hielt allerdings nicht besonders lange an. Schon bald bewegte sie sich ziemlich selbstverständlich mittendrin.

Und genau das wurde für mich zu einem der schönsten Dinge an diesem Tag.

Ich konnte beobachten, wie sie neugierig ihre Umgebung erkundete, Kontakt zu anderen Hunden aufnahm und überraschend offen auf Menschen zuging. Besonders süß war ihre Begegnung mit Maria. Die beiden hatten sich vorher erst einmal gesehen – Hailey hatte sie aber offensichtlich sehr genau abgespeichert. Sie lief immer wieder freudig zu ihr und verteilte ausgiebig Hundeküsse.

Gleichzeitig konnte Hailey sich zurücknehmen. Sie konnte bei mir sitzen, beobachten und zur Ruhe kommen. Und wenn ihr ein interessierter junger Rüde doch einmal etwas zu aufdringlich wurde, kam sie zu mir und suchte Schutz.

Für mich war genau das unglaublich schön zu sehen: dass sie sich an mir orientiert und bei mir Sicherheit sucht, wenn sie sie braucht und gleichzeitig offensichtlich genug Sicherheit mitbringt, um danach wieder fröhlich und neugierig durch die Welt zu hüpfen und zu schauen, was da noch so geht.

Da platzt das Hunde-Mutterherz dann doch ein bisschen vor Stolz.

Eine gemeinsame Geschichte

Die meisten Hunde an diesem Tag verbindet mehr als ihre Rasse. Sie stammen aus der Vermehrung in Glindow, aus der im vergangenen Jahr mehr als 60 Tiere beschlagnahmt und fortgenommen wurden – darunter auch tragende Hündinnen und Welpen. Bei einer späteren Kontrolle wurden dort erneut Hunde und Welpen vorgefunden. Hailey gehört zu diesen später fortgenommenen Welpen.

Einige der Hunde beim Treffen waren Geschwister, teilweise waren gleich mehrere Hunde eines Wurfes dabei. Haileys Bruder und ihre Mutter waren leider nicht da – das wäre für uns natürlich noch das i-Tüpfelchen gewesen. Bei vielen Hunden lässt sich die genaue Verwandtschaft ohnehin nicht mehr vollständig nachvollziehen. Wer weiß also, wie viele Halbgeschwister an diesem Tag möglicherweise noch voreinanderstanden ohne dass wir davon wussten.

Für dieses besondere Wiedersehen wurden teilweise erstaunliche Wege auf sich genommen: Ein Mensch-Hund-Team reiste sogar aus Frankfurt am Main an.

Trotz dieser gemeinsamen Vorgeschichte ging es an diesem Tag aber nicht ständig um das, was einmal war. Viel spannender fand ich eigentlich, zu erleben, wo diese Hunde heute stehen.

Und im Austausch mit den anderen entstand immer wieder dieses wunderbare Gefühl von: „Ach, bei euch auch?“

Beim Gespräch mit Hennis Frauchen kamen wir zum Beispiel auf die Welpenzeit. Irgendwann fiel die Frage: „War die bei euch eigentlich auch so schlimm?“

Und plötzlich waren sie wieder sehr präsent: diese kleinen, unfassbar scharfen Haifischzähne. Das ständige Annagen. Die Unruhe. Das Gefühl, gefühlt zum hundertsten Mal zu überlegen, wie man diesem kleinen Wesen jetzt verständlich machen könnte, dass Menschen, Kleidung und eigentlich der komplette Rest der Welt nicht permanent mit den Zähnen untersucht werden müssen. Und die vielen Versuche, irgendwie Ruhe in einen kleinen Hund zu bekommen, der davon selbst noch nicht unbedingt besonders viel hielt. Wir mussten beide feststellen: Ja. Es war anstrengend und herausfordernd. Ja, wir waren oft am Ende unserer Nerven.

Und gleichzeitig ist es erstaunlich, wie schnell diese Erinnerung verblasst, wenn man seinen Hund einige Monate später anschaut und plötzlich einen ziemlich tollen jungen Hund vor sich hat.

Auch andere Themen tauchten bei mehreren auf: Alleinbleiben, Frust aushalten oder die Skepsis gegenüber fremden Menschen. Bei manchen Hunden spielt dabei sicherlich auch ihre individuelle Vorgeschichte eine Rolle. Gleichzeitig sind einige dieser Eigenschaften beim Entlebucher grundsätzlich keine völlige Überraschung.

Vielleicht suchen sich Entlebucher einfach ihre Menschen aus

Was mir bei all diesen Gesprächen fast genauso positiv aufgefallen ist wie die Hunde selbst, war die Atmosphäre zwischen den Menschen.

Ich kenne Hundegruppen und den Austausch rund um Hunde durchaus auch anders. Schnell gibt es gut gemeinte Ratschläge, Bewertungen oder die Vorstellung, dass es doch eigentlich einen „richtigen“ Weg geben müsste. Genau dieses Gefühl hatte ich an diesem Tag überhaupt nicht.

Niemand musste erklären oder rechtfertigen, warum er mit seinem Hund dieses oder jenes so macht. Niemand schien darauf zu warten, den anderen zu erzählen, wie es eigentlich besser ginge. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass da ein ziemlich großes Grundvertrauen war: Jede und jeder hier versucht, für den eigenen Hund einen guten Weg zu finden. Und dieser Weg darf unterschiedlich aussehen.

Man konnte von Dingen erzählen, die gut funktionieren, genauso wie von denen, die gerade überhaupt nicht funktionieren. Erfahrungen wurden geteilt ohne sie dem Gegenüber als Lösung überzustülpen. Und wenn ein Hund für bestimmte Situationen eben noch Zeit braucht, dann braucht er Zeit. Punkt.

Diese wertschätzende und herzliche Art kannte ich schon aus unserer WhatsApp-Gruppe. Aber ich fand es fast ein bisschen beeindruckend, dass sie sich eins zu eins ins echte Leben übertragen hat. 19 Hunde bedeuten schließlich auch eine ganze Menge Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Vorstellungen und Arten, mit ihren Hunden umzugehen. Und trotzdem war da so viel Wohlwollen, Humor und gegenseitiges Annehmen.

Vielleicht gibt es ja nicht nur einen bestimmten Schlag Hund namens Entlebucher, sondern auch einen bestimmten Schlag Mensch, der sich zu ihnen hingezogen fühlt. Nach diesem Treffen halte ich die These zumindest nicht mehr für völlig abwegig.

Und bei all den Gemeinsamkeiten war genauso spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Hunde sind. Zwei Schwestern, gerade einmal etwa vier Monate älter als Hailey, erinnerten mich in ihrer Art und mit ihren niedlichen Kringelohren sehr an sie – waren aber beide deutlich kleiner und zierlicher. Ungefähr vier Kilo weniger Hund, obwohl Hailey die Jüngere ist.

Eine Rallye, ein Schatz und ziemlich viele Entlebucher

Gestartet wurde mit einer gemeinsamen Vorstellungsrunde: Wer gehört zu wem? Wie alt ist der Hund? Wo kommt man her? Und welche Erfahrungen und Baustellen bringt man gerade so mit?

Danach konnte man selbst entscheiden, was für den eigenen Hund gerade passte. Auf einem Platz war Freilauf möglich, während der andere bewusst als Bereich ohne Freilauf und ohne Leinenkontakte gestaltet war. Dort konnte man zusammensitzen, reden, Kuchen essen und etwas trinken. Diese klare Trennung fand ich sehr angenehm, weil nicht jeder Hund jederzeit Kontakt haben musste.

Später ging es in drei Gruppen auf eine Entlebucher-Erlebnisrallye durch die Umgebung. Unterwegs warteten verschiedene Aufgaben auf Mensch und Hund: kleine Übungen wie Sitz, Platz, Bleib oder Pfote geben, eine Dose erschnüffeln, gemeinsam Lösungswörter finden oder möglichst lustige Erinnerungsfotos machen.

Das Schöne daran war für mich fast genauso sehr das Dazwischen: Gemeinsam laufen, ins Gespräch kommen, Hunde beobachten und Erfahrungen austauschen. Niemand musste irgendeinen Ehrgeiz entwickeln oder mit seinem Hund etwas beweisen. Jede:r konnte selbst entscheiden, wie viel gerade möglich war.

Am Ende wartete sogar eine Schatztruhe. Darin: für jeden Hund ein personalisiertes Halstuch, ein Leckerchenbeutel mit Snacks und eine Urkunde.

Überhaupt merkte man an unglaublich vielen Kleinigkeiten, wie viel Gedanken und Arbeit Maria und Ramona in diesen Tag gesteckt hatten. Die Rallye war liebevoll ausgearbeitet, es gab selbstgebackenen Kuchen und Getränke, die kleinen Geschenke waren vorbereitet und personalisiert – und gleichzeitig gab es genug Raum, dass der Tag nicht wie ein durchgetaktetes Programm wirkte.

Wenn aus Abchecken Spielen wird

Nach der Rallye und dem obligatorischen Gruppenfoto löste sich das Treffen irgendwann ganz langsam auf. Einige fuhren schon nach Hause, andere saßen noch zusammen, erzählten und ließen passende Hunde noch einmal gemeinsam in den Freilauf.

Wir saßen irgendwann mit den Verbliebenen am Tisch und landeten bei der Frage, wie wir eigentlich zu unseren Entlebuchern gekommen waren. Hatten wir uns ganz bewusst für diese Rasse entschieden? Oder war es vielmehr die Geschichte dieser Hunde und die Vermittlung über die Tierheime, die uns zu ihnen gebracht hatte? Auch solche Gespräche machten diesen Tag für mich besonders.

Für Hailey ging es noch einmal mit Pepper und Monty in den Freilauf.

Gerade mit Monty konnte man schön beobachten, wie Hundebegegnungen sich entwickeln. Anfangs ist da viel Bewegung: rennen, schauen, abchecken, sich gegenseitig einordnen. Und irgendwann veränderte sich etwas. Die Körper wurden weicher, aus dem Rennen wurde Albernsein, die beiden lagen zusammen, spielten mit den Schnauzen und waren plötzlich wirklich miteinander im Spiel.

Und nicht nur Hailey taute auf. Monty gehört ebenfalls eher zu den Hunden, die fremden Menschen zunächst skeptisch begegnen. Wir hatten uns vorher erst einmal gesehen. Und plötzlich purzelte dieser Hund auf meinen Schoß, ließ sich durchwutzen und alberte mit mir herum.

Solche kleinen Momente sind mir von diesem Tag besonders im Gedächtnis geblieben. Denn wenn man weiß, wo diese Hunde herkommen und welche Themen manche von ihnen mitbringen, ist es umso schöner zu beobachten, wie sie mit der Zeit weich werden.

Und mittendrin meine kleine Hailey.

Ein Hund, dessen Start ins Leben sicher nicht so geplant war, wie man es sich für einen Welpen wünschen würde. Und der heute neugierig durch die Welt hüpft, sich bei mir rückversichert, wenn es zu viel wird, Menschen küsst, neue Hunde kennenlernt, herumalbert und danach vollkommen platt und zufrieden nach Hause fährt.

Ich hatte nach diesen ereignisreichen Stunden tatsächlich damit gerechnet, dass ihr Nervensystem am Abend noch deutlich mehr Unterstützung beim Runterfahren brauchen würde. Aber auch da überraschte sie mich: Sie war natürlich hundemüde – aber gleichzeitig erstaunlich entspannt.

Vielleicht war genau das mein schönstes persönliches Fazit dieses Tages: Sie kann die Welt entdecken, ohne dabei den sicheren Hafen zu verlieren.

Und für mich war dieses Treffen deshalb sehr viel mehr als einfach ein Platz voller Hunde derselben Rasse.

Es waren
19 ziemlich unterschiedliche Entlebucher mit einer verbindenden Geschichte. Menschen, die vorher teilweise nur Namen aus einer WhatsApp-Gruppe füreinander waren. Geschwister, die sich wiedersahen. Gespräche über Haifischzähne, schwierige Welpenzeiten und typische Entlebucher-Baustellen. Viel Gebell, viel Dynamik, viel Austausch – und erstaunlich viel Entspanntheit.

Und Menschen, bei denen niemand perfekt sein musste – weder Zwei- noch Vierbeiner.

Vor allem aber war da dieses schöne Gefühl von Gemeinschaft.

Deshalb ein riesiges Dankeschön an Maria und Ramona für all die Zeit, Gedanken und Liebe, die in diesem Treffen gesteckt haben. Ihr habt nicht einfach eine Gruppe Entlebucher und ihre Menschen auf einen Platz eingeladen, sondern einen Rahmen geschaffen, in dem Begegnung wirklich möglich war – zwischen den Hunden genauso wie zwischen den Menschen.

Beim nächsten Mal sind wir sehr gerne wieder dabei.

Und vielleicht schafft es dann ja sogar Haileys Bruder. Das wäre wirklich noch das i-Tüpfelchen.


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